Frohes Noise

DRadio Kultur Interview

HIER gibts noch ein Interview aus dem Deutschlandradio.

On Tour

Mittekill auf Hipster-Tour! Halten Sie Ausschau nach diesem wunderschönen Plakat:

1.000 Dank an den Fotografen Christoph Mack, der die wunderschöne Vorlage für die umwerfende Illustration von dem Künstler Lars Schlechter gemacht hat, mit der das Aachener Design-Büro Crolla/Lowis perfekt arbeiten konnte.

Alles wunderschön!

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Rezensionen

Super Sache!

Nachdem es erst nicht so gut aussah, purzelt es doch 98% an tollen Rezensionen. Noten sind für den freien Musiker schließlich das Allerwichtigste. Nur warum gibt es eigentlich diesen Hipster-Hass und warum ist das alles so wichtig? Egal. Mittekill sagt dankeschön für die netten Worte! Hier die schönsten Rezis:

Daumen hoch

Strike mit 8 von 10 Punkten:

Spiegel Online: Die dritte Mittekill-LP "All But Bored, Weak And Old" beginnt mit einem der erstaunlichsten deutschsprachigen Songs der letzten 24 Monate: "Leb wohl" ist Schlummerlied und Abgesang, es sammelt gramgebeugt die Brosamen ein, die Lou Reed vor 39 Jahren mit "The Kids", "The Bed" und "Sad Song", den drei finalen Stücken seiner Gute-Laune-Platte "Berlin" verstreut hatte.(...)

Gib´s mir:

Rolling Stone: Gebt mir mehr von diesen Staatsakt-Käuzen! Oder sollte man Typen wie Friedrich Greiling alias Mittekill doch besser Hipster nennen, gerade jetzt, wo alle den Hipster hassen? Egal. Der Berliner schafft mühelos die Verbindung zwischen dem von Can-inspirierten Punk von S.Y.P.H und der skandinavischen Eleganz von Trentemöller. Die Songs tragen so mitreißende Titel wie "Jtzt wrd gefckt" und die Texte enttäuschen nie. Liebling des Monats!

I love 7 von 8 Punkten:

Tonspion: Mit "All But Bored, Weak And Old" treibt Greiling den Sound von Mittekill mit eleganter Ironie konsequent voran. Mit seinen Synthies und Beats, einem einsamen Klavier oder ein paar Gitarren, erinnert das gleichermaßen an Deichkind wie Ja, Panik. Greiling wünscht dazu einen 3-tägigen Stromausfall, will die Jobs der Anderen nicht, sagt auch mal nichts oder spricht die Dinge unverblümt an: „Jetzt wird gefickt“ - die Geschichten einer Großstadt, mit all seinen kleingroßen Debatten zwischen Club und Kiosk, treffsicher dokumentiert.

Gute Hipster, schlechte Hipster:

Musikexpress: (...) Diese Songs kommen Lesezeichen im großen Almanach der Mitte gleich, in dem zu erfahren ist, was den Kindern auf dem Planeten Berlin so schrecklich weh oder gut tut. Herzschmerz, Ravelust und Bierchenlaune sind die Stichworte, die Greiling uns zum Album hat zukommen lassen. Er lädt sie auf mit heldenhaften Gitarrenhooks auf Housebeats („Schlangen“) und bleiernen Klaviertupfern („Ist es auch gebroche“) und sinniert über „3 Tage Stromausfall“.(...)

Süßes Fähnchen im Wind:

Intro: (...) Ein Album wie ein kleines Wunder: manchmal kokett, manchmal ironisch, ziemlich oft ziemlich direkt, weltfern, so was von da und ganz nah dran. Die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle und Abgründe zwischen Gitarre, Klavier und Techno in Szene gesetzt. (...)

Cool und uncool und wie man es nimmt:

Byte FM (Platte der Woche): (...) Es ist ein gutes Album voller Ironie und Großstadtphilosophie. Musikalisch finden wir teils übertriebene, teils sehr gute elektronische Sounds aller momentan trendigen Spielarten, NDW-Inspiration und einige indiehafte Singer/Songwriter-Melodien. So im ersten Song „Leb Wohl“, der einen überlegen lässt, ob die Playlist falsch herum abgespielt wird. Doch es muss nicht alles immer anerkannt laufen. Und genau darum geht es bei Mittekill: Anders sein ist cool, und dass sie damit den Nerv der alternativitätsverwöhnten Jugend treffen, wissen die Berliner. Das ist das Spiel. Sie machen auch mal blöde Sounds, die genauso attraktiv sind wie das, was sie vermeintlich ernst nehmen (nehmen sie überhaupt etwas ernst?). (...)

Wow, beim besten Willen - das hätt ich nicht gedacht:

Vice: Wer Zeilen wie „Ich wünsch’ mir drei Tage Stromausfall auf der ganzen Welt“ neben „Der Popo ist gewackelt, jetzt wird nicht mehr gefackelt“ auf ein Album packen kann, macht entweder so genannte volkstümliche Musik bei Marianne und Michael oder latent beknackt angedünsteten Club-Electro-Schlager bei Staatsakt. Die Gagkurve krieg’ ich jetzt nicht mehr ganz, deswegen: Mittekill gehört zur zweiten der genannten Gruppen. Das verflixte zweite Album (sagt man so!) jedenfalls ist voll mit Wahrheiten (textlich) und Schunkelektro (musikalisch) und Situationen (dramaturgisch), die ich einfach beim besten Willen nicht peinlich finden kann, sondern höchstens amüsant und stellenweise sogar riesig.

Hallo Kommerz:

Vodafone: Darum spielen Mittekill wieder mit verschiedenen Genres, singen mal auf Deutsch, mal auf Englisch oder verzichten ganz auf Gesang. Ihre Songs bewegen sich zwischen Electro, Synthie Pop, Wave und Deutsch-Rock - also irgendwie allem und mit jedem Song neu. Dafür ist aber auch wirklich jeder Song ein Hit.

Positiv kritisch:

Culturmag: (...) Es beginnt mit einem balladesken „Leb wohl“, einem Abschiedslied an Greilings Vater, bei dem man unwillkürlich an Soap & Skins „Vater“ denken muss. „Schlangen“ ist beherzter Elektropop, dann wieder Lagerfeuerromantik beim „Chinaimbiss Berlin“, bevor „Endconnection“ erst mal alles klar macht: „Jetzt wird nicht mehr gefackelt/ jetzt wird gefickt“, und das zu einem sehr moderaten, herzschonenden Beat. (...)

Philosophierende Studis:

RadioQ: (...) Friedrich Greiling ist gedankenverloren, reflektiert, erzählend, frech und fordernd, Macho, verletzt, vereinsamt, kurz: sehr unprätentiös. Eine begrüßenswerte geistige Grundhaltung, die sich für einen kurzen Moment die Freiheit nimmt, dem Kommerz einen leeren Feigling an die Hauswand zu werfen (...)

Farbenfroh:

Skug: (...) Da kommt Nu-Rave und Tech-House als Basisfräse mit ins Spiel und kippen die Neunmalklugen auch mal Korn hinter die Neon-Ledergürtel. In etwa so wie der Rock-Offspring Stella aus dem Hause Ego Express, nur mit gewitzten Texten und gutem Gesang. Platten-Hit »Schlangen« geht tatsächlich locker vom Zäpfchen wie ein Königstreffen von !!!, Hot Chip, Rocko Schamoni und Thomas Meinecke. Schön, Schön, Schön!

Daumen hoch:

Pop-O-Mat: Allein diese Auflistung zeigt schon: Mittekill ist kaum auf einen Nenner zu bringen, Friedrich Greiling macht einfach, was er will und profitiert dabei von einem treffsicheren Gespür für gute Melodien und unpeinliche Lyrics, egal um welche Themen es geht. Hoffentlich merken das endlich mal ein paar mehr Leute.

Popkontextlich:

Monsters and Critics: Das fängt mit einem akustisch-knarzenden 'Leb Wohl' für Greilings verstorbenen Vater an, dreht sich im weiteren Verlauf um Geschlechtsverkehr, 'Arbeit nervt'-Idiome, Stromausfall und den ewigen Hedonismus auf dem Dancefloor und auf den Straßen. 'Schlangen' entpuppt sich als pumpende Clubnummer, 'Chinaimbiss Berlin' zitiert die Gitarre aus Blurs 'Coffee & TV', den Minimalismus von The XX und den Singsang Hamburger Liedermacher. Mit Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow etwa teilt Greiling sich den Gestus des nüchternen Erzählers, der für Verbitterung zu schlau ist, mit Deichkind den morbiden Witz.

Das Letzte:

Der Standard: Die Berliner Rave-Band um einen jungen Mann namens Freedarich alias Friedrich Greiling klingt so sehr nach ihrer Heimatstadt, dass einem vor lauter ausgestelltem, aufgekratztem Hipstertum ungemütlich wird. Indie-Pop-Gitarrengeschrammel trifft auf Disco-Marschier-Beats aus der Justice- und Daft-Punk-Schule. Schlechtes Schulenglisch lehrt man offensichtlich auch in Deutschland. In Muttersprache hört man dann Zeilen wie diese: "Mach die Augen zu, finde deine Ruh. Hast dein Leben lang danach gesucht. Es ist gut." Ist wahrscheinlich ironisch gemeint. Die Band wird demnächst groß in allen deutschen Musikzeitschriften abgefeiert werden wegen ihrer Pfiffigkeit und zeitgenössischen Relevanz. Das macht das Ganze auch nicht besser. Manche Leute sollten nach dem Nehmen drei Meter groß machender Drogen schlicht und einfach gesagt nicht in ein Tonstudio gehen, sondern einfach sitzenbleiben und weiter Drogen im Club nehmen. Drei, vier Mädchen aus dem Nachtleben werden das sicher ausreichend gut und hip und supertoll finden.